Über das Konzert
feat. Sea of Love alias Marie-Sophie Kanske
Sea of Love alias Marie-Sophie Kanske bewegt sich innerhalb einer eigenen Zeitrechnung - ein gutes Stück außerhalb herkömmlicher (musik-)industrieller Mechanismen.
Die Musik ist reduziert, ohne jedoch weniger aufwändig oder vielseitig daher zu kommen. Eher transparent. Und auch ein wenig radikal. Sea of Love schichtet ihre Stimmen nicht in warmen Harmonien, sondern setzt sie wie Scherben eines zerbrochenen Spiegels gegeneinander. Auch die Produktion von Christian Grochau verharrt im gezupften Folksong nie viel länger als ein paar Momente am Ausgangspunkt jener Lieder.
Die Lieder sind eine Landschaft, in der man sich bewegen, verweilen kann, während sie Musik und Stimmen manchmal wie Pfeile, manchmal wie warme Sonnenstrahlen aus verschiedenen Hinterhalten auf ihren Hörer schießt. Verwunschen, verstörend, zärtlich überrumpelnd.

